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Einladung zum Bürgerdialog Donnerstag, den 26.11.2015, 19 Uhr, Nehringschule

Vervollständigung der verkehrsberuhigten Zone

Schwerpunkt: Umgestaltung der Kreuzung Horstweg/Wundtstraße

Startet den DownloadEinladung PDF

Diskussionsveranstaltung am 17.06.2013 um 19:00 Uhr in der Mensa der Nehringschule

Einladung Schulte
Einladung Schulte

Bezirksstadtrat Marc Schulte lädt ein. Einige Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit wurden bereits umgesetzt. Ziel der Veranstaltung wird es sein, das bisher erreichte durch die Anwohner bewerten zu lassen. Von dieser Bewertung wird es maßgeblich abhängen, wie es weitergehen wird im Kiez!

Je mehr Befürworter es für die bisherigen Maßnahmen in die Veranstaltung schaffen, desto wahrscheinlicher wird es wohl sein, dass diese dann auch fortgeführt werden. Eine Verkehrswerkstatt zwischen Anwohnern und Ämtern wird es in 2014 (so vermuten wir zumindest)nicht mehr geben.

Seit dem 07.06.2013 haben wir vier Fahrbahnschwellen als Piloten in der Christstraße zwischen Sophie-Charlotten-Straße und Danckelmannstraße. In der kommenden Woche (ab Montag 10.06.2013) werden vmtl. weitere vier Schwellen in der Danckelmannstraße folgen (zwischen Seelingstraße und Ziegenhof). Das schmale Mittelstück in der Danckelmannstraße (zwischen Seelingstraße und Knobelsdorffstraße) lässt an sich schon den Verkehr zweimal schwenken. Zwischen Knobelsdorffstraße und Ziegenhof wird noch eine weitere Verschwenkung gebaut werden. Dadurch ist ein direkter Vergleich gewährleistet: welche Maßnahmen beruhigen den Verkehr besser?

Fahrbahnschwellen oder Verschwenkungen? Verschwenkungen gehen i.d.R. auf Kosten einiger Parkplätze. An einigen Stellen wurden Poller verbaut. Sie dienen zum einen dazu, den vorhandenen Gehweg für Fußgänger zu sichern, indem sie das "wilde" Parken von Fahrzeugen verhindern. Zum anderen können sie übliche Fußgängerquerungen durchsetzen, indem auch hier das regelwidrige Parken verhindert wird. Die Verkehrs-AG des Kiezbündnisses steht auf dem Standpunkt: lieber einen Poller  mehr im Kiez als an diesen Stellen abgestellte Fahrzeuge, die im für die Fußgänger allein vorgesehenen Bereich stehen oder - z.B. in Kreuzungs- und anderen Querungsbereichen - die Sicht Fußgänger <--> Autofahrer erschweren.

Die Verkehrswerkstatt hat sich auch der Verbesserung der Akzeptanz der verkehrsberuhigten Straßen (Verkehrsberuhigte Zone und 30er-Bereich) verschrieben. Das Fahrrad als Alternative zum Auto erscheint uns gerade im innerstädtischen Bereich als besonders empfehlenswert. Mit diesem Hintergrund sind die im Kiez zahlreich verbauten neuen Fahrradbügel zu verstehen. Es freut uns sehr, dass diese von den Anwohnern gut angenommen werden.

In welchem Umfang der südliche Kiez (bislang 30er-Zone) in die bereits vorhandene Verkehrsberuhigte Zone eingegliedert wird, ist aktuell Gegenstand teils kontroverser Diskussionen in der Verkehrswerkstatt. Mögliche Optionen werden in dieser Veranstaltung vorgestellt.

Die Sperrung der Knobelsdorffstraße wurde vor einem guten Jahr aufgehoben, da das damals zuständige Bezirksamt es versäumte, sein "Ermessen" auszuüben. Es wurden keine Abwägungen getroffen, inwieweit diese Entscheidung verhältnismäßig war. Vor Aufhebung besagter Sperrung wurde eine Verkehrszählung durchgeführt. Eine vergleichende Zählung (ohne Sperrung) wird noch durchgeführt werden. Wir gehen fest davon aus, dass Bezirksstadtrat Schulte im Anschluss daran sein Ermessen nachholen wird und sich nun für oder gegen eine dauerhafte Sperrung der Knobelsdorffstraße aussprechen wird.

Protokoll der Veranstaltung vom 17. Juni 2013 in der Mensa der Nehringschule, 19:00 Uhr – 21.00 Uhr

Podium:          Marc Schulte, Bezirksstadtrat

Moderation:    Daniel Philipp, Unternehmensnetz Klausenerplatz e.V.

Einleitung:      Henning Voget, AG Verkehr des Kiezbündnis

 

Anwesende der Verwaltungen:

  • Tiefbauamt: Herr Maerker
  • Ordnungsamt: Herr Ehme
  • Straßenverkehrsbehörde: Frau Wulf
  • Polizeipräsident, Dir. 2, Verkehrsdienst: Herr Wernicke
  • Frau Frese, Polizei Abschnitt 24
  • AnwohnerInitiative KnobelsdorffKiez: Christian Bade, Jutta Schröder
  • AG Verkehr des Kiezbündnisses Klausenerplatz e.V.:  Martin Burth, Cornelia Greve, Wolfgang Neumann, Carsten Schmidt, Christian Strauss
  • Mitglied der  BVV: Carolina Böhm

Frau Stratmann, Rektorin der Nehringschule begrüßte die Anwesenden und lobte das Engagement und die ersten Erfolge der Verkehrswerkstatt. 

Herr Philipp stellte den geplanten Ablauf der Veranstaltung dar: Nach einer kurzen Einleitung durch Herrn Voget folgt:

  1. Ein Sachstandsbericht durch Marc Schulte
  2. Vorstellung der Ideen für die Erweiterung der verkehrsberuhigten Zone im südlichen Kiezbereich und die Umgestaltung der Kreuzung Wundtstraße/Horstweg
  3. Diskussion von Zielkonflikten anhand des Beispiels einer Fahrbahnverschwenkung in der Knobelsdorffstraße

Nach der Vorstellung der einzelnen Themen gibt es jeweils die Möglichkeit, Fragen zu stellen und zu diskutieren.

0.    Entwicklung der Verkehrssituation am Klausenerplatz seit 1979

Herr Voget berichtete kurz über den räumlichen, rechtlichen und geschichtlichen Rahmen der Verkehrsberuhigung im Klausenerplatzkiez.

Es handelt sich um die ersten Experimente der Verkehrsberuhigung in einem Berliner Wohngebiet, daher findet man ganz unterschiedliche Ansätze für die Entschleunigung des Verkehrs – es erfolgte damals jedoch noch keine Angleichung der gesamten Verkehrsfläche. Es gelten die rechtlichen Regelungen für den verkehrsberuhigten Bereich.

Startet den DownloadDie Präsentation von Henning Voget zum Download (PDF/ 1,3 MB).

1.    Sachstandsbericht

Herr Schulte stellt einleitend nochmals die Grundsätze dar, auf die sich die Beteiligten der Verkehrswerkstatt für die Weiterentwicklung der verkehrlichen Situation im Wohnquartier zwischen Schlosstraße, Kaiserdamm, Sophie-Charlotten-Straße und Spandauer Damm geeinigt haben: 

  • Die Verkehrssicherheit soll unter Berücksichtigung der verkehrsberuhigten Zone erhöht werden.
  • Die Akzeptanz für die verkehrsberuhigte Zone ist bei allen Verkehrsteilnehmern zu verbessern.
  • Die Verkehrsberuhigung soll intensiviert werden.
  • Die verkehrsberuhigte Zone soll möglichst ausgedehnt werden.
  • Der Kiez ist für den Durchgangsverkehr unattraktiv zu gestalten.

Die ersten Ergebnisse sind sichtbar und können bewertet werden.

Für zwei Jahre stehen 100.000 € zur Verfügung (aus dem Etat für Maßnahmen zum Straßenunterhalt), von denen bisher 57.032 € verbaut wurden.

Zu den einzelnen Maßnahmen

Fahrradbügel

Nicht immer genau nach den abgestimmten Plänen und Prioritätenlisten wurden Poller  und Fahrradbügel aufgestellt. Die Fahrradbügel werden sehr gut angenommen. Noch kein Einvernehmen gibt es in der Verkehrswerkstatt zu der Möglichkeit, Kreuzungen durch Poller auf der Straße (Verhinderung des „wilden Parkens“) besser einsehbar zu machen.

Geplant ist, auch den südlichen Kiezbereich mit einzubeziehen.

Dialog Displays

Die Dialog Displays zeigen bei Überschreitung der vorgeschriebenen Geschwindigkeit an: „Langsam“ und bei Einhaltung „Danke“. Herr Schulte berichtete auf Anfrage, dass dies aufgrund von langjährigen negativen Erfahrungen mit der Anzeige der überschrittenen Geschwindigkeit „Berliner Linie“ sei. Gleichzeitig zeichnen die Displays Anzahl, Typ und Geschwindigkeit ALLER Fahrzeuge auf, was für die Beurteilung der Verkehrsbelastungen einzelner Straßen eine interessante Datengrundlage sein kann.

Ein Einwurf aus dem Publikum: „rausgeschmissenes Geld“ – besser sei eine häufige Erinnerung auch innerhalb des Kiezes durch Schilder oder Markierungen auf 7 km/h. Hierzu erinnerte Herr Schulte daran, dass „Schrittgeschwindigkeit“ nicht exakt definiert sei und „7 km/h“ kein offizielles Verkehrszeichen sein könne.

Schwellen

Gegen die Bedenken von Feuerwehr und Polizei ließ Herr Schulte in der Christ- und in der Danckelmannstraße Schwellen als Pilotprojekt mit unterschiedlichen Abständen und Positionen verlegen, um die Wirksamkeit in der Praxis zu testen. Sie sollen nun in ihrer Akzeptanz, Wirkung und Haltbarkeit geprüft werden.

Aus dem Publikum kam der dringende Wunsch, ganz besonders die Seeling- und die Neue-Christ-Straße mit Schwellen zu entschleunigen. Eine Anwohnerin wies auf die gefährliche Einmündung der Knobelsdorff- in die Schloßstraße. hin.

Herr Schulte erläuterte, dass vor der weiteren Montage von Schwellen zunächst die Messungen der bei den Testschwellen aufgestellten Displays und die Erfahrungen der Anwohner abzuwarten seien.

Knobelsdorffstraße

Wie Herr Schulte berichtete, musste die Knobelsdorffstraße aufgrund einer Klage von Anwohnern des Horstwegs geöffnet werden, da die Sperrung nicht ausreichend durch Verkehrszählungen u.a. begründet worden sei. Um den jeweiligen Verkehrsfluss mit und ohne die Sperrung belegen zu können, wurde im März 2012 (noch mit Sperrung) und sollte jetzt unter „normalen“ Witterungsbedingungen und ungestörtem Verkehr in der Knobelsdorffstraße und den umliegenden Straßen gezählt werden. Infolge von mangelnder Kommunikation innerhalb der Verkehrslenkung Berlin wurde die Verkehrszählung just an dem Tag begonnen, an dem wg. der anstehenden Bauarbeiten auf der Stadtautobahn und deren Zufahrt Absperrmaßnahmen begannen. Die Zählung wurde daher nach 2 Stunden abgebrochen und soll voraussichtlich im August 2013 wiederholt werden. Die Kosten dieses Zählungsversuchs werden nicht auf den „Etat“ der Verkehrswerkstatt angerechnet.

Mehrere Anwohner/innen wiesen darauf hin, dass im Zuge einer eventuellen erneuten Sperrung, die durchaus begrüßt würde, dies mit Maßnahmen in den anliegenden Straßen einhergehen müsse, insbesondere müssen der Horstweg und die Seelingstraße als dann mögliche Ausweichstrecken unattraktiv gemacht werden; eine Anwohnerin forderte, alle Einfahrten in den Kiez zu erschweren.

Sonstiges

Über diese Maßnahmen hinaus wurde von mehreren Anwohnern der hohe Parkplatzdruck trotz vergleichsweise geringer Autodichte/Einwohner beklagt – hier stehen Lösungen aus.

Herr Schulte berichtete von dem Vorschlag der Polizei, die verkehrsberuhigte Zone inkl. dem südlichen Kiezbereich in eine „10 km/h-Zone“ umzuwandeln. Begründet würde das u.a. damit, dass es sich ohnehin nicht um eine „klassische“ verkehrsberuhigte Zone, da nicht niveaugleich ausgebaut, handele und zudem nicht alle Straßen überwiegende Aufenthaltsfunktion hätten.

Dieser Idee widersprachen die Anwohner vehement: Es handele sich um eine über Jahrzehnte gewachsene Struktur, insbesondere der Vorteil der Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer auf der Straße würden aufgegeben werden, die Polizei und das Ordnungsamt müssen sich vielmehr für die Einhaltung der gültigen Regelungen einsetzen. Eine Tempo 10 Zone mit allen ihren Nachteilen wäre eindeutig ein Rückschritt.

2.  Maßnahmen für den südlichen Kiezbereich

  • Ideen für die Erweiterung der verkehrsberuhigten Zone
  • Umgestaltung der Kreuzung Wundtstraße/Horstweg

Seit 1979 wurde nur das ehemalige Sanierungsgebiet, der nördliche Kiezbereich, verkehrsberuhigt. Seit langem fordert die Verkehrs AG eine Erweiterung bis zum Kaiserdamm. Für umfassende bauliche Veränderungen gibt es jedoch momentan keine finanziellen Mittel.

Die Polizei bittet zu berücksichtigen, dass die Möglichkeit erhalten bleiben muss, aus dem Haupttor im Horstweg zügig aus- und einzufahren.

In der Verkehrswerkstatt ist über den Vorschlag,  den Horstweg von der Schloß- bis zur Wundtstraße und von dort ab die Wundtstraße bis zum Kaiserdamm von der verkehrsberuhigten Zone auszunehmen, noch nicht abschließend entschieden worden.

Die konkrete Frage, wann die verkehrsberuhigte Zone erweitert wird - unabhängig vom möglichen Umbau der Kreuzung Wundtstraße/Horstweg - blieb unbeantwortet.

Herr Schulte stellte einen ersten Planungsentwurf für die Umgestaltung der Straßenführung an der Kreuzung Horstweg/Wundtstraße vor, die anstelle der jetzigen Kreuzung 2 getrennte Ost-West-Verbindungen vorsieht, Horstweg-Wundtstraße und Wundtstraße-Horstweg, s. Anlage. Diese Planung würde in der Mitte einen großen Platz entstehen lassen, der dann zu einem Kiezplatz mit Aufenthaltsqualität umgestaltet werden kann (ggf. Wettbewerb, Anwohnervorschläge: evtl. Eigenleistungen der Kiezbewohner in Betracht ziehen und Beteiligung der Anwohner an den Gestaltungsplänen). Durch diese Veränderung der Straßenführung würd zudem erreicht, dass der Durchgangsverkehr durch den Horstweg deutlich abnehmen würde. Für die Fahrbahnverlegung, Anpassung der Entwässerung und die Gestaltung des Platzes entstehen voraussichtlich Kosten in Höhe von etwa 450.000 €. Da der Bezirk diese Kosten erst für den Jahresetat 2019 anmelden könnte, versucht Herr Schulte im Rahmen des „Senatsprogramms für Stadtplätze“ für nächstes Jahr eine Förderung der Senatsverwaltung zu erhalten.

Der Entwurf wurde von den Anwohnern mehrheitlich begrüßt. Eine Gegenstimme: Es würden zu viele Parkplätze entfallen und  die Erreichbarkeit einzelner Häuser würde erschwert.

Herr Schulte wurde ermutigt, die notwenigen Mittel auch u.U. mit EFRE-Mitteln (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) kurzfristig zu beantragen.

 

3.  Diskussion von Zielkonflikten anhand des Beispiels einer Fahrbahnverschwenkung in der Knobelsdorffstraße

Herr Schulte stellte 4 alternative Planungsvarianten für die Gestaltung von Fahrbahnverschwenkungen zur Diskussion

  1. mit Stellplatzmarkierung Längsparken,
  2. mit Stellplatzmarkierung Querparken,
  3. Diagonale Verlegung der Bordkante oder Markierung mit Sperrfläche bis zur „Nase“ auf beiden Seiten (Erweiterung der Gehwegfläche),
  4. Kompromiss: auf einer Seite diagonale Erweiterung der Gehwegfläche, auf der anderen Seite Querparken.

Startet den DownloadPlanzeichenungen zum Download (PDF, 0,4 MB)

Nach kurzer Erörterung der Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten wurde von Herrn Schulte ein Meinungsbild der Anwesenden eingeholt. Von der Mehrheit favorisiert, wurde die Variante 3; an den  Varianten 1 und 2 wurde zwar die Verengung positiv gesehen, aber die Gasse für Rettungsfahrten als zu eng und nicht für ausreichend überschaubar gehalten, außerdem würde bei diesen Lösungen die Querung der Fußgänger behindert; die Kompromissvariante 4 wurde von einigen Teilnehmern positiv beurteilt.

Protokoll: Cornelia Greve, 25. Juni 2013

Informationsveranstaltung vom 27. Februar 2012

BezStadtrat M. Schulte auf der Infoveranstaltung des Bezirks 27.2. in der Nehringschule

Am 27. Februar 2012 hatte der Bezirksstadtrat Mac Schulte (SPD) zu einer Veranstaltung in die Nehring Grundschule eingeladen. Er wollte einen „Sachstandsbericht Knobelsdorffstraße“ abgeben und erläutern, warum die Straße an der Ecke Sophie-Charlotten-Straße im März 2012 wieder geöffnet werden soll. Knapp 200 Personen aus dem gesamten Kiez Klausenerplatz kamen zu dieser Veranstaltung. Einige führten auch Transparente für die Sperrung mit.

Zu Beginn der Veranstaltung wurden dem Stadtrat 1.707 Unterschriften für die Beibehaltung der Sperrung überreicht, die im Kiez gesammelt wurden. Von diesen Unterschriften kamen gut  21 % aus der Knobelsdorffstraße, knapp 8 % aus dem Horstweg, gut 6 % aus der Seelingstraße und mehr als 41 % aus dem übrigen Kiez und der unmittelbaren Umgebung. Dies zeigt, dass nicht nur einige auf ihr Wohl bedachte Anwohnerinnen und Anwohner aus der Knobelsdorffstraße die Sperrung für sinnvoll halten, sondern dass es durchaus ein allgemeines Ziel ist, Durchgangsverkehr aus dem Kiez zu halten und  den übrigen Verkehr möglichst zu verteilen.

Die Ausführungen des Stadtrates während der Veranstaltung hatten zwei Schwerpunkte. Zunächst wies er als Begründung für die Aufhebung der Sperrung auf die Klage eines Ehepaares aus dem Horstweg hin. Sein Versuch, die Kläger durch das Angebot verkehrsberuhigender Maßnahmen vor ihrer Haustür zur Rücknahme der Klage zu bewegen, sei gescheitert. Sie wollten nur die Aufhebung der Sperrung der Knobelsdorffstraße. Das Rechtsamt des Bezirkes und er sehen keine Möglichkeit der Klage zu widerstehen, da die dauerhafte Sperrung der Knobelsdorffstraße vom damaligen Bezirksamt nicht ausreichend begründet worden sei. Es wären Zahlen und Fakten notwendig, um die Anforderungen der Straßenverkehrsordnung für eine Sperrung zu erfüllen.

Dem wurde von zahlreichen Veranstaltungsteilnehmerinnen und –teilnehmern widersprochen. Es dürfe nicht erst zu Unfällen mit Verletzten oder schlimmer kommen, um Fakten zu haben. Als Fakten, die viel mehr zu berücksichtigen seien als Verkehrszählungen, wurden beispielsweise genannt: Der Verkehr von und zur Autobahn würde zum weitaus größten Teil durch die Knobelsdorffstraße gelenkt, der eigentliche Sinn einer verkehrsberuhigten Zone ginge verloren, die Unfallgefahr insbesondere für Kinder und Alte würde sich deutlich erhöhen, die positive Wohnumfeldentwicklung (z.B. Außenbewirtschaftung von Cafes und Restaurants, Einkaufmöglichkeiten) würde gestoppt oder vielleicht sogar rückgängig gemacht.

Der zweite Schwerpunkt  von Stadtrat Schulte betraf das weitere Vorgehen. Da er selbst ja eigentlich auch nicht unbedingt für die Aufhebung der Sperrung sei und eine Reglementierung des Verkehrs wolle, hat er zunächst zwei Verkehrszählungen initiiert. Die erste soll demnächst stattfinden und eine zweite im Herbst in angemessenem Abstand zur Aufhebung der Sperrung folgen. Auf Grundlage der Ergebnisse dieser Zählungen sollen dann unter Beteiligung von Anwohnern und Anwohnerinnen aus dem Kiez alle zuständigen Bezirks- und Landesbehörden sowie Polizei und Feuerwehr zusammengerufen werden, um gemeinsam einen Plan für eine Verkehrsberuhigung zu erarbeiten, die dann einvernehmlich umgesetzt werden kann.

Der Vorschlag wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mehr oder weniger nur zur Kenntnis genommen. Wortbeiträge gab es dazu wenig, immerhin ein/zwei vorsichtig positive Meinungen. Allgemein überwog wohl Skepsis, welches Ergebnis mit diesem Vorschlag erreichbar ist und ob er überhaupt umsetzbar ist.

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es noch eine Auseinandersetzung über die von Bezirksbehörden existierenden Stellungnahmen zur Sperrung und ihre Nichtvorlage bei der Akteneinsicht von Anwohnern und Anwohnerinnen aus der Knobelsdorffstraße im Bezirksamt. Deren Inhalt ist bis jetzt nicht bekannt.

Fazit

Beeindruckt haben Stadtrat Schulte offenbar weder die Unterschriften, noch die Argumente, denn er wiederholte während der Veranstaltung mehrmals er habe eine Entscheidung getroffen und dabei bleibe es. Basta! (kommt doch irgendwie bekannt vor; die Basta-Politik war aber nicht sonderlich erfolgreich).

Aufgrund der Stimmung im Saal wird dem Stadtrat klar sein, dass er sich mit seiner Politik nicht viele Freunde gemacht hat.

Das Presseecho auf die Veranstaltung

Veranstaltung 27.2.12
Veranstaltung 27.2.12
Veranstaltung 27.2.12

Informationsveranstaltung der VerkehrsAG vom 7.2.2012 zur Sperrung der Knobeldorffstrasse

Die VerkehrsAG hat am Dienstag den 7.02.2012 im Seniorenclub Nehringstraße eine Veranstaltung zu der vom Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf geplanten Aufhebung der Sperrung der Knobelsdorffstraße durchgeführt.

Die etwa 50 Besucher und Besucherinnen wurden zunächst über den aktuellen Stand informiert. Die VerkehrsAG hat durch Akteneinsicht und Gespräche beim Bezirksamt erfahren, das im Jahr 2010 angeblich keine ausreichende Begründung für die dauerhafte Sperrung erarbeitet worden ist und das Rechtsamt deshalb zur Aufhebung der Sperrung geraten hat. Diesem Rat folgt der zuständige Bezirksstadtrat Marc Schulte (SPD) und will die Sperrmaßnahmen im kommenden März beseitigen.

Die Mitglieder der VerkehrsAG haben ihre Meinung dargelegt, dass diese Handlungsweise nicht zwingend ist. Eine Nachbesserung der Begründung wäre möglich gewesen und das Bezirksamt hätte seine Möglichkeiten weiter ausschöpfen müssen. Deshalb wurden auf der Veranstaltung Vorschläge diskutiert, wie Druck auf Stadtrat und Behörde ausgeübt werden könnte, um die Aufhebung noch abzuwenden (siehe hierzu auf der Website des Kiezbündnisses). Ein Renner war auf der Veranstaltung die von der VerkehrsAG mit Unterstützung weiterer Knobelsdorffbetroffener initiierte Unterschriftensammlung. Fast alle haben unterschrieben.

Hingewiesen wurde noch auf die Veranstaltung des Bezirksamtes am 27.Februar um 19 Uhr in der Nehring-Grundschule.

Die Stimmung auf der Veranstaltung war eindeutig: Die Knobelsdorffstraße muss zu bleiben!

Sperrung Knobelsdorffstraße - Anwohnerveranstaltung November 2010

Ergebnisse

Die Abstimmung auf der Veranstaltung zur Frage der Beibehaltung der Sperrung der Knobelsdorffstraße am 2. November in der Mensa der Nehring-Grundschule hatte im Einzelnen folgendes Ergebnis:

  • 51 Stimmen für die Beibehaltung der vollständigen Sperrung der Knobelsdorffstraße und Ausweitung der Verkehrsberuhigung um das Gebiet bis zum Kaiserdamm (die Ein- und Ausfahrt für Radfahrer durch eine Bake in der Straßenmitte soll weiterhin möglich sein)
  • 11 Stimmen für die Einrichtung einer Einbahnstraße in ost-westlicher Richtung, sodass (bis auf Radfahrer) keine Einfahrt mehr von der Sophie-Charlotten-Straße möglich ist
  • 11 Stimmen für die Öffnung der Knobelsdorffstraße (Wiederherstellung des alten Zustandes)
  • 6 Stimmen für die Einrichtung einer "Fahrradstraße" bis zur Schloßstraße (30 km/h-Bereich, Vorrang für Radverkehr)

Martin Burth hat auf der Veranstaltung die Ergebnisse der Diskussionen in der Arbeitsgruppe Verkehr des Kiezbündnisses präsentiert und erläutert. 

Startet den DownloadPräsentation zum download als PDF (1,8MB)

 

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