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Arbeitsgruppe Verkehr

Aktion Spielstraße - Danckelmannstraße Juni 2007

Die Verkehrssituation im Kiez – offiziell eine „verkehrsberuhigte Zone“ – ist immer wieder Anlass zu Klagen der Anwohner; überhöhte Geschwindigkeit, Parksuchverkehr, zugeparkte Gehwege oder die Nutzung der Knobelsdorffstraße als „Schleichweg“ von und zur Autobahn sind nur einige der vielen Probleme.

Mit der schrittweisen Verwirklichung des von der AG entwickelten und von allen Parteien des bezirklichen Verkehrsausschusses gebilligten Verkehrskonzeptes, mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen und Veranstaltungen bemüht sich die AG Verkehr im Interesse der Anwohner und Gewerbetreibenden um eine Reduzierung der Verkehrsbelastung: Carsharing, Verkehrswochen, Flyer, Geschwindigkeitsmessgeräte usw. sind einige der Aktivitäten der AG.

Kontakt über das Kiezbüro

Interner LinkVerkehrskonzept

Interner LinkCarSharing-Stationen im Kiez

 

Verkehrsberuhigung im Kiez

 = Politik + Verwaltung + Bürger/innen + Arbeit + Gesetze + Ideen 

Das Gebiet südlich des Klausenerplatzes war schon in den vergangenen 30 Jahren nicht nur ein vielfach beachtetes Projekt der Stadterneuerung sondern auch ein Experimentierfeld für die Möglichkeiten der Verkehrsberuhigung in einem innerstädtischen Wohnquartier. Was damals Vorbildcharakter für andere Stadtteile hatte, wird heute zunehmend als nachbesserungswürdig erkannt. Das dürfte auch das Motiv der ca. 70 Anwohnerinnen und Anwohner gewesen sein, der Einladung zu einer Infoveranstaltung des Stadtentwicklungsstadtrats Marc Schulte am 27. September in die Nehringschule zu folgen.

Bereits 2002 haben sich im Kiezbündnis Anwohner zusammengefunden, um die  Verkehrssituation im Klausenerplatzkiez im Sinne von Verkehrssicherheit und Verkehrsberuhigung weiter zu entwickeln. Mit betroffenen Kiezbewohnern vor Ort wurden Vorschläge entwickelt, für deren Umsetzung sich das Kiezbündnis Klausenerplatz  hartnäckig bei der Bezirksverwaltung  eingesetzt hat. Auch die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat mehrere entsprechende Beschlüsse gefasst.

Die Zebrastreifen in der Sophie-Charlotten-Straße, das Dialogdisplay, das einige Zeit die Schnellfahrer in der Knobelsdorffstraße an die Schrittgeschwindigkeit erinnert hat, einige neue Parkplätze (auch für das Carsharing) und nicht zuletzt die zum Bedauern vieler Kiezbewohner wieder aufgehobene Sperrung der Knobelsdorffstraße an der Sophie-Charlotten-Straße sind u.a. Ergebnis dieser Bemühungen.

Die von Stadtrat Schulte in einer öffentlichen Veranstaltung im Februar 2012 bekannt gegebene Wiederöffnung der Knobelsdorffstraße wurde mit dem Versprechen verbunden, mit den Bewohnern alternative bzw. ergänzende Möglichkeiten zur Verbesserung der Verkehrssituation zu erörtern. Seit Juni tagt auf Einladung des Stadtrats regelmäßig die „Verkehrswerkstatt“, eine aus dem Stadtrat und Vertretern mehrerer Behörden, der Polizei, der Anwohnerinitiative Knobelsdorffstraße, des Unternehmernetzwerks (UNK) und der VerkehrsAG des Kiezbündnisses bestehende Arbeitsgruppe, die Vorschläge für die Verbesserung der Verkehrssituation im Kiez erarbeitet.

Die VerkehrsAG verbindet mit der Mitarbeit die Hoffnung, in Sachen Verkehrssicherheit und gerechter Berücksichtigung der unterschiedlichen Belange der Verkehrsteilnehmer im Kiez endlich einen größeren Schritt voranzukommen. Die Voraussetzungen sind gut, weil laut Stadtrat Schulte für dieses Jahr ein Budget von 50.000 € zur Verfügung steht, um erste kleinere bauliche Maßnahmen zu realisieren. Die Maßnahmen sollen sich auf den gesamten Kiez bis zum Kaiserdamm beziehen, wobei für das Jahr 2013 ebenfalls wieder 50.000 € in Aussicht gestellt sind.

Kontroverse Diskussionen -  vor allem zwischen den Anwohnerinitiativen und den Behördenvertretern -  haben gezeigt, dass da sehr unterschiedliche Interessenlagen aufeinander stoßen. Gleichwohl konnte sich die „Verkehrswerkstatt“ auf fünf Leitsätze einigen, die Grundlage der Festlegung der Maßnahmen sein solle

  • Die Verkehrssicherheit soll unter Berücksichtigung der verkehrsberuhigten Zone erhöht werden.
  • Die Akzeptanz für die verkehrsberuhigte Zone ist bei allen Verkehrsteilnehmern zu verbessern.
  • Die Verkehrsberuhigung soll intensiviert werden.
  • Die verkehrsberuhigte Zone soll möglichst ausgedehnt werden.
  • Der Kiez ist für den Durchgangsverkehr unattraktiv zu gestalten.

In zahlreichen Terminen und langen Diskussionen sowie einigen Exkursionen in andere Berliner Quartiere, in denen von den Verwaltungen das Problem der Verkehrssicherheit etwas mutiger angegangen wurde, hat die VerkehrsAG in den vergangenen drei Monaten eine Vielzahl konkreter Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation erarbeitet und in die „Verkehrswerk­statt“ eingebracht.

Die zwei Stunden der Bürgerversammlung in der Nehringschule am 27.09.12 waren knapp bemessen, um den Anwesenden alle Vorschläge zur Diskussion zu stellen. Immerhin konnten die wichtigsten, für 2012 vorgeschlagenen Maßnahmen erläutert und die Stimmungslage der Besucher hierzu eingeholt werden:

  • Umwandlung von drei Parkplätzen für Fahrrad/Motorradabstellflächen vor Lidl in der Sophie-Charlotten-Straße zur besseren Einsicht auf den Fußgängerüberweg (Vorschlag der Polizei),
  • Anschaffung von zwei Dialogdisplays, die anzeigen ob die vorgeschriebene Geschwindigkeit eingehalten wird und die auch Art, Anzahl und Geschwindigkeit der Fahrzeuge dokumentieren können,
  • Anbringen von unterschiedlich positionierten Fahrbahnschwellen in der mittleren Danckelmann- und der westlichen Christstraße als ca. einjähriges Pilotprojekt,
  • Montage zusätzlicher Poller zur Verbesserung von Sichtbezügen auf Fußgängerüberwege und um verkehrsgefährdendes illegales Parken zu verhindern,
  • Montage einer Reihe von Fahrradbügeln auf den Gehwegen und im Straßenraum, um das geordnete und sichere Parken von Fahrrädern zu ermöglichen.

Wenngleich von den Anwesenden einzelne Maßnahmen auch kritisch bewertet wurden, konnte dennoch für alle Vorschläge Zustimmung gewonnen werden. Einzelne Einwände kamen von Anwohnern, aber auch von Behördenvertretern, die sich z.B gegen Fahrbahnschwellen ausgesprochen haben. Stadtrat Marc Schulte hat jedoch deutlich gemacht, dass er gewillt ist, im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten, die Vorschläge nach Abstimmung in der „Verkehrswerkstatt“ auch umzusetzen.

Von Anwohnern wurde mehrfach berichtet, dass ein großer Teil der Fahrzeuge im Kiez deutlich zu schnell fahren und der Straßenraum in der verkehrsberuhigten Zone insbesondere die vermeintliche Fahrbahn nicht bestimmungsgemäß genutzt werden kann (Vorrang für Fußgänger!). Es wurden diverse Beispiele zu Verkehrsgefährdungen und Nötigungen durch (nicht nur) motorisierte Verkehrsteilnehmer vorgetragen. Neben kritischen Anmerkungen zur Beeinträchtigung des Kiezbildes durch weitere Poller wurden von den Veranstaltungsbesuchern auch grundsätzliche Fragen zum behördlichen Umgang mit der Verkehrssituation im Kiez aufgeworfen. Mit Blick auf die Polizei und das Ordnungsamt wurde insbesondere ein Vollzugsdefizit bei der Durchsetzung der Verkehrsordnung beklagt und mehr Kontrollen sowie empfindlichere Strafen gefordert.

Ende Oktober wurde die Veranstaltung in der Verkehrswerkstatt ausgewertet. Die von der VerkehrsAG vorgeschlagene Erhöhung der Zahl von Pollern im Kiez wurde mit wenigen Ausnahmen (Veto der Behörden) beschlossen, obwohl dies von allen nicht als Ideallösung gesehen wurde. Andere Lösungsmöglichkeiten sind gegenwärtig hauptsächlich aus finanziellen Gründen nicht umsetzbar. Die Fahrbahnschwellen, Fahrradbügel und Geschwindigkeitsdisplays werden ebenfalls angeschafft und installiert. Auf Vorschlag der VerkehrsAG sollen Polizei und Behörden geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen in der Danckelmannstraße zwischen Knobelsdorffstraße und den Hausnummern 18/ 45 überlegen und im Rahmen der Wiederherstellung der Straße nach den Fernwärmearbeiten umsetzen.

Auf dem nächsten Verkehrswerkstatttreffen soll die Diskussion der Verkehrsberuhigung zwischen Horstweg und Kaiserdamm im Vordergrund stehen.

Wir bemühen uns auf unserer Internetseite (www.klausenerplatz.de/verkehr) zeitnah über die weitere Entwicklung zu berichten und würden uns über Kommentierungen und würden uns über weitere Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssituation sehr freuen. Sie können uns diese per Mail (Öffnet Ihr standard E-Mail Programmverkehrswerkstatt@klausenerplatz.de) übermitteln oder Ihre Meinung persönlich in die VerkehrsAG einbringen. Die nächsten Termine der VerkehrsAG  können Sie im KiezBüro erfragen.

Materialien zum Verkehrsplanung

Vorschläge der VerkehrsAG als PDF-Dateien: 

Vorschläge der Verkehrs AG zur Realisierung im nächsten Jahr:

Zeichnerische Darstellung der Vorschläge in einem Startet den DownloadMaßnahmenplan (PDF mit 4 MB!) ((c) H. Voget).

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